• Luke Gollenstede

Pro und Contra: Die Elektromobilität, der Schlüssel zu einer ökologischen Zukunft?

Wie ist die CO2 Bilanz eines Elektroautos? Wie lange hält ein Akku? Mit welchem Strom wird er geladen? Für die einen sind Elektroautos der Schlüssel zu einer ökologischen Zukunft, für andere sind Sie mit einem Haufen Probleme verbunden. Diese Fakten sollten Befürworter aber auch Kritiker kennen!


Die Umweltbilanz! So sauber sind Elektroautos.

Elektroautos werden als „emissionsfrei“ bezeichnet. Sie stoßen im Vergleich zu Ihren Verbrenner-Brüdern nämlich keine klimaschädlichen Abgase aus. Dennoch muss man bei einem Elektroauto auf die Herkunft des Stroms, sowie auf die Produktion des Akkus achten. Letzteres sorgt vor allem dafür, dass ein elektrifiziertes Fahrzeug, einen großen CO2 Rucksack mit durch sein Leben schleppt. Diesen verliert er jedoch früher oder später. Die technische Universität Eindhoven kommt hierbei zu einem eindeutigen Ergebnis. Ihre Studie aus 2020 besagt, dass zB. ein E-Golf nach 28.000Km und ein Tesla Model 3 LR nach 30.000Km große Mengen an CO2 einspart. In Zahlen heißt das, es werden 54% bzw. bis zu 65% CO2 Emissionen gegenüber eines vergleichbaren Verbrenners eingespart. Diese Werte können durch einen Zuwachs an regenerativen Energien im Strommix, noch weiter ausgebaut werden.


Die Reichweite ist entscheidend. Wie weit komme Ich im Alltag?

Die tatsächliche Reichweite eines Elektroautos hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen. So ist zB. die Anzahl an Verbrauchern (A/C, Radio, Licht), die Temperatur, sowie das Fahrprofil ausschlaggebend. Im obigen Diagramm, sehen Sie die Werte die der ADAC in seinem Reichweiten Test erreicht hat. Dieser wird mit eingeschalteten Tagfahrlicht, Klimaanlage, sowie einer spezifischen Zuladung gefahren.


Hierbei erreicht der Durchschnitt 60% der vom Hersteller angegebenen NEFZ Reichweiten. Beim realitätsnahen WLTP Zyklus sind es im Schnitt 80%. Im Winter wird man temperaturbedingt eine Reichweiten-Einbuße von 10%-20% hinnehmen müssen.


Dennoch ist dies noch lange kein Grund zur Sorge. Moderne Elektroautos haben mitunter Reichweiten von 300-400 Km und der Ausbau des Schnelladenetzes ermöglicht es uns schon heute weitere Strecken zurücklegen zu können.


Die Kosten für ein E-Auto

Schaut man auf die reinen Anschaffungskosten, dann sind Elektroautos meist ein wenig teurer als Ihre Verbrenner Kollegen. Dennoch gab es in naher Vergangenheit bereits Fahrzeuge, die vor allem von dem erhöhten Elektrobonus profitiert haben. So war der VW E-UP mit 11.000 Euro Listenpreis (bereits abzüglich des Elektrobonus), rund 1000 Euro günstiger als der kleinste Benziner. Bei der Betrachtung der Gesamtkosten kann das Elektrofahrzeug vor allem seine Trümpfe ausspielen. Elektromotoren sind verschleißärmer und somit weniger wartungsintensiv. Zudem sind Elektroautos von der Kfz Steuer befreit. Für Vielfahrer würde sich aufgrund des günstigen Strompreises ein Elektrofahrzeug ebenfalls lohnen.



Die Ladeinfrastruktur. Schnell laden geht noch nicht überall.

Hinsichtlich der Ladeinfrastruktur äußern viele Personen Bedenken. Diese sind auch nicht ganz unbegründet. Oft braucht man mehrere Ladekarten, um wirklich alle Ladesäulen einwandfrei benutzen zu können. Auch sind die Ladesäulen nicht immer direkt auffindbar. Es muss aber auch gesagt werden, dass „Laden“ nicht wirklich schwieriger ist, als das Tanken eines Verbrenners. Auch wird seit Jahren das Schnelladenetz ausgebaut und stetig verbessert. Dies ermöglicht, lange Strecken auch mit dem Elektroauto bewältigen zu können. In naher Zukunft wird auch das Laden einem immer einfacher gemacht.


Die Stromversorgung. Brechen unsere Netze zusammen?

Basierend auf aktuellen Daten, ist eine Überlastung des Stromnetzes nicht zu erwarten. Wenn man von einer Anzahl von 10 Mio. Elektroautos ausgehen würde, dann würden diese einen Mehrverbrauch von 5,6% bedeuten. Dies wären umgerechnet ca. 30TWh. Dies klingt erstmal nach viel Strom, aber man muss wissen, dass Deutschland alleine im Jahr 2018 ca. 49 TWh an Stromüberschuss exportiert hat. Also könnte man Stand heute diese 10Mio. Fahrzeuge ohne Probleme laden. Auch ist davon auszugehen, dass durch effizientere Gebäude, sowie durch Modernisierungen in der Industrie, überschüssige Kapazitäten geschaffen werden können. Trotzdem kann es durchaus lokal zu einer Netzüberlastung kommen. Deshalb sind private Ladestationen bis 11kW melde-, sowie über 12 kW genehmigungspflichtig. Mit diesem Wissen, über das Verbrauchsverhalten seiner Kunden, können Stromproduzenten gezielt das Stromnetz an wichtigen Punkten stärken.


Wie lange hält ein Akku?

Viele Verbraucher machen die Erfahrung, dass die Akku in Kleingeräten schon nach einiger Zeit an Kapazität und Leistung verlieren. Sei es über das Alter oder auch über die Anzahl an Ladezyklen. Elektroautos sind von diesem Phänomen natürlich auch nicht ganz befreit. Dennoch muss auch gesagt werden, dass sich der Akkuverschleiß sehr in Grenzen hält. So gibt es Akkus in Elektroautos die ohne Problem 200.000Km ohne nennenswerten Kapazitätsverlust überstehen. Die Hersteller geben außerdem eine Garantie auf die Akkus. Meist beträgt diese bis zu 8 Jahre, sowie weit über 100.000Km Laufleistung.


Der Akku und die Garantie.

Der Akku ist bei einem Elektroauto das wohl teuerste Bauteil. Oft bieten Hersteller nur einen partiellen Tausch des defekten Batterieelements an. Müsste die ganze Batterie raus, dann würde es sehr teuer werden. Man spricht hier von Kosten die 4000 Euro und mehr betragen können. Bei einem Batterie-Mietmodell besteht dieses Risiko natürlich nicht. Hier übernimmt der Hersteller die Kosten für den Tausch.


AC oder DC Laden. Was ist was?

Oft schreckt viele Verbraucher das Laden eines Autos ab. Diese skeptische Einstellung ist auch nicht ganz unbegründet. Es ist bekannt, dass das Laden deutlich länger dauert als das Tanken von Benzin oder Diesel. Grundsätzlich hängt die Ladedauer von der Stromquelle, sowie von der Art des Ladens ab.


An der Haushaltssteckdose kann man mit maximal 2,3 kW laden. Ein Elektroauto an der Steckdose zu laden dauert mitunter mehr als 20 Stunden (abhängig von der Akkugröße). In der Stadt sind meist AC-Ladesäulen mit einer Leistung von 22kW vertreten. Dies ist 11xmal so schnell wie an einer 230V Steckdose. Hier dauert das Laden ca. 3-4 Stunden. Dies sind natürlich bei weitem keine Zeitintervalle die sich für die Langstrecke lohnen würden. Deswegen gibt es auch noch die Möglichkeit mit Gleichstrom zu laden (DC-Laden). Hierbei sind Ladeleistungen von 50Kw und mehr Standard. Meist sind nicht die Ladesäulen, sondern die Autos der limitierende Faktor. Unter den Elektrofahrzeuge gibt es sogenannte Lademonster, dies sind Kfzs die sich extrem schnell aufladen lassen. Zu nennen wären zB. der Audi E-Tron welcher innerhalb von 30Min von 5% auf 80% aufladen kann, sowie der Porsche Taycan, welcher dies schon in 22 Minuten schafft (150kW bzw. 270kW Ladeleistung).


Wie viel kostet das Laden an einer öffentlichen Säule?

Brauchte man früher viele unterschiedliche Ladekarten, kann man heute mit einer Karte meist 80-90% aller Ladestationen nutzen. Trotzdem gibt es selbst heute noch undurchsichtige Preismodelle. Hierbei kann das Laden an einer Säule unterschiedlich viel kosten, je nachdem mit welchem Anbieter man bezahlt. Immerhin wird nur noch nach geladenen kWh abgerechnet und nicht mehr nach Ladedauer. So kostet eine kWh AC-Laden im ADAC e-charge Tarif 0,28 Euro und DC-Laden 0,38 Euro. Das wären bei einem Model 3 LR Kosten von ca. 20,80 Euro (AC) bzw. 28,15 Euro (DC) pro Ladung. Dies würde bei einer realistischen Reichweite von 400Km rund 5 Cent pro gefahrenen Km ergeben. Zum Vergleich, ein durchschnittlicher Benziner kostet auf einen Kilometer ca. 8-9 Cent und somit fast das Doppelte (bei 7 Liter Benzin auf 100Km).

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