• Luke Gollenstede

Ein Parkplatzrempler: Wie reagiere Ich richtig?


Egal ob als Verursacher oder als Geschädigter – beim Einparken kommt es oft zu ungewollten Unfällen. Dies ist auch logisch, da man nirgends sonst an einem Fahrzeug so nah vorbei fährt, wie beim Einparken. Oft wird der Platz in der Parklücke falsch eingeschätzt und schon hat man das andere Auto tuschiert. Hierbei handelt es sich zwar meist nur um geringfügige Schäden, dennoch muss in solch einer Situation genau so wie bei einem größeren Unfall verfahren werden.


Wie reagiere Ich als Geschädigter

Wenn Sie an Ihrem Fahrzeug einen Parkplatzrempler feststellen, dann gibt es zwei Möglichkeiten wie dieser entstanden sein könnte. Die erste Möglichkeit wäre, dass Sie selber ein Objekt beim einparken oder abbiegen tuschiert haben. Dies kann auch unbemerkt passieren, da die heutigen Fahrzeuge schalltechnisch sehr gut isoliert sind. Wenn Sie sich sicher sind, dass der Schaden nicht durch eigenverschulden entstanden ist und Sie vermuten, dass der Verursacher Fahrerflucht begangen hat, dann sollten Sie auf jeden Fall die Polizei mit einschalten. Diese kann Ihnen mit einem Protokoll, die weitere Schadenregulierung deutlich vereinfachen. Im gleichen Zuge sollten Sie eine Anzeige gegen Unbekannt stellen. Diese führt zwar in vielen Fällen ins Leere, ist aber für die Versicherung von Relevanz. Sie kann nämlich dafür sorgen, dass die Regulierung des Schadens von der Versicherung übernommen wird. Wenn Sie Glück haben, dann können Ihnen auch Zeugen bestätigen, dass ein anderes Fahrzeug für den Schaden verantwortlich war. Ebenso kann dies ein Kfz Gutachter mit einem Gutachten attestieren.


Was tun als Verursacher?


Ein Parkplatzrempler ist keine schlimme Sache und kann jedem passieren. Dennoch sind Sie als Verursacher dazu verpflichtet, auf den Geschädigten zu warten und eine Schadenregulierung zu ermöglichen. Diese ist für Sie kostenlos, da jedes Auto per Gesetzt pflichtversichert werden muss. Doch viele fragen sich: Wie lange muss Ich warten? Diese Frage wird nicht eindeutig durch einen Gesetzestext beantwortet. Der Gesetzgeber spricht von einer „zumutbaren Zeit“. Dies bedeutet, dass Sie nicht die ganze Nacht auf den Geschädigten warten müssen. Dennoch sollte man zB. auf einem Supermarkt-Parkplatz mindestens eine halbe Stunde warten, da man davon ausgehen muss, dass der Geschädigte nur kurz einkaufen gegangen ist. Tut man dies nicht, dann macht man sich strafbar und begeht Fahrerflucht. Entgegen der Annahme, reicht ein Zettel mit den Kontaktdaten an der Windschutzscheibe nicht aus um einer Straftat zu entgehen. Damit riskieren Sie nicht nur Geldstrafen, Punkte in Flensburg und einen Führerscheinentzug, sondern man riskiert auch eine Quittierung der Versicherung.


Diese Strafen drohen bei Fahrerflucht!


Wer sich nach einem Parkplatzrempler vom Unfallort entfernt, ohne den Geschädigten darüber in Kenntnis zu setzen, begeht Fahrerflucht!


(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er
1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, daß er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne daß jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Nach Absatz 1 wird auch ein Unfallbeteiligter bestraft, der sich
1. nach Ablauf der Wartefrist (Absatz 1 Nr. 2) oder
2. berechtigt oder entschuldigt
vom Unfallort entfernt hat und die Feststellungen nicht unverzüglich nachträglich ermöglicht.“ (§ 142 StGB)

Sie sind gesetzlich dazu verpflichtet eine angemessen Zeit am Unfallort zu verweilen, mindestens aber eine halbe Stunde. Sollte der Geschädigte nicht auftauchen, dann müssen Sie den Schaden der Polizei melden. Warten Sie mit dieser Instanz zu lange, dann kann Ihnen der Tatbestand der Fahrerflucht auferlegt werden. Dieser beinhaltet eine Anzeige, sowie 3 Punkte in Flensburg. Für den Fall, dass ein Unfallverursacher behauptet, dass er den Unfall nicht bemerkt habe, kann ein Gutachter hinzu gezogen werden.


Wenn dieser durch ein Gutachten bestätigt, dass der Verursacher den Schaden gehört oder gespürt haben muss, dann ist der Tatbestand der Fahrerflucht erfüllt und Ihnen drohen schwerwiegende Konsequenzen. Wenn das Gutachten ergibt, dass Sie den Schaden nicht bemerkt haben könnten, dann können Sie laut einem Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichtes auch nicht dafür bestraft werden! ((BVerfG, 2 BvR 2273/06) Quelle: https://www.bussgeldkatalog.org/parkschaden/ ) Den Schaden muss Ihre Versicherung dennoch übernehmen.


Bezahlt die Versicherung einen Parkschaden?

Jede Person welche ein Fahrzeug auf deutschen Straßen bewegen möchte, muss sein Kfz pflichtversichern. Das heißt das Fahrzeug muss mindestens über eine Haftpflichtversicherung verfügen. Diese haftet für Schäden die Sie anderen Verkehrsteilnehmern zufügen. Dazu zählen ebenfalls Parkschäden. Daher müssen Sie sich eigentlich keine Sorgen machen, dass Sie auf Ihren Kosten sitzen bleiben. Ihre Versicherung ist dazu angehalten den entstandenen Schaden vollständig zu regulieren. Dennoch kann es passieren, dass die Versicherung die Regulierung des Schadens ablehnt, wenn festgestellt wird, dass Sie Fahrerflucht begangen haben.

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